Rechtsradikaler Professor Baberowski bedroht Studierende

Von der Hochschulgruppe der IYSSE an der Humboldt-Universität
16. Januar 2019

Der rechtsradikale Professor Jörg Baberowski hat erneut Mitglieder der Humboldt-Universität beleidigt und bedroht. Auf Twitter und Facebook hetzt er sein rechtsextremes Umfeld gegen studentische Vertreter und die Hochschulgruppe der IYSSE auf.

Am Sonntag verbreitete Baberowki auf Facebook das Foto eines Beitrags der IYSSE an der Humboldt-Universität, der sich kritisch mit seinen Plänen auseinandersetzt, ein Forschungszentrum zum Thema „Diktaturen als alternative Ordnungen“ zu etablieren. Darüber schreibt er: „An der Humboldt-Universität dürfen Stalinisten tun, was ihnen gefällt, und niemand hindert sie daran. Wer legt diesen Kriminellen das Handwerk?“ Auf Twitter fügt er noch hinzu: „Diese Irren gehören eigentlich in die geschlossene Psychiatrie!“

Als jemand, der sich mit dem Stalinismus befasst und in seiner Jugend als Mitglied des maoistischen KBW Stalin und Pol Pot verherrlichte, weiß Baberowski, dass der Stalinismus verhasst und diskreditiert ist und dass Zehntausende Trotzkisten im Kampf dagegen ihr Leben ließen. Dass er ausgerechnet die trotzkistische Hochschulgruppe der IYSSE als „Stalinisten“ beschimpft, unterstreicht, mit welchen üblen Verleumdungen und Methoden Baberowski arbeitet, um jede Kritik an seiner rechtsextremen Agenda zu unterdrücken.

Baberowskis Post auf Facebook

Auch ein studentischer Vertreter im Akademischen Senat der Humboldt-Universität, der kein Mitglied der IYSSE ist, wird von Baberowski als „Geisteskranker“ und „Linksextremist“ verunglimpft, weil er Ausschnitte aus Baberowskis Antrag für sein Forschungszentrum veröffentlicht hatte, die ohnehin öffentlich zugänglich waren.

Baberowski sieht die studentische Kritik an seinem rechten Forschungsprojekt als Teil einer „gleichgeschalteten Öffentlichkeit“ und behauptet nun sogar, „dass CDU-Politiker sich mit Linksextremisten verbünden“ würden.

Baberowskis Tiraden gegen Studierende sind nicht neu, aber sie werden immer aggressiver. Schon am 27. November hatte er auf seinem Twitter-Account gegen eine Veranstaltung der IYSSE gehetzt, auf der das Buch „Warum sind sie wieder da“ vorgestellt wurde, das sich kritisch mit dem Aufstieg der AfD und der Wiederkehr faschistischer Tendenzen in Deutschland beschäftigt. Die IYSSE seien „kriminell, gewalttätig und bösartig“ schrieb Baberowski, „ihr Anführer ist ein Psychopath“.

Und auf seiner Facebookseite schrieb er: „Kriminelle Stalinisten dürfen an der Humboldt-Universität ihre Hasstiraden nicht nur aufführen. Sie dürfen es im besten Hörsaal zur besten Uhrzeit tun. Das Präsidium der Universität schweigt und verweigert Professoren, die von diesen Kriminellen verfolgt werden, jegliche Hilfe.“

Die Implikationen von Baberowskis Hetze zeigten sich bereits damals. Auf die Veranstaltung kamen etwa zwanzig Mitglieder der AfD, ihrer Jugendorganisation Junge Alternative (JA) und anderer rechtsextremer Organisationen. Sie versuchten, den Vortrag durch lautes Grölen und Zwischenrufe zu stören und wollten die deutsche Nationalhymne anstimmen. Die Rechtsextremisten verließen die Veranstaltung auch nach Aufforderung nicht und fotografierten stattdessen andere Teilnehmer und bedrohten sie damit massiv.

Das Studierendenparlament hat am 13. Dezember den Übergriff „aufs Schärfste verurteilt“. „Mit dem Versuch, eine studentische Veranstaltung zu sprengen“ hätten „die Rechtsradikalen ihr Vorgehen gegen kritische und antirassistische Studierende weiter eskaliert.“ Nun drohen weitere Angriffe. Es ist die Aufgabe und Verantwortung der Universitätsleitung, Baberowski zu maßregeln, und die Studierenden und studentische Gruppen an der Humboldt-Universität vor den Provokationen und Übergriffen gewaltbereiter Rechtsextremisten zu schützen.