The Wolf of Wall Street:

Warum sollten wir solche Typen bewundern?

Von David Walsh
28. Januar 2014

Regie: Martin Scorsese, Drehbuch: Terence Winter, nach dem Buch von Jordan Belfort

Martin Scorseses neuer Film handelt von der Karriere des verurteilten Börsenschwindlers und Wirtschaftskriminellen Jordan Belfort, der vom Aufstieg des Finanzgangstertums in den USA profitierte, und in den 80er und 90er Jahren ein Vermögen anhäufen konnte, bevor er ins Gefängnis wandern musste.

The Wolf of Wall Street

In den Händen eines verantwortungsbewussten Künstlers hätte die Erzählung eines solchen Lebens einen Blick auf die Realität des amerikanischen Kapitalismus in seinem ganzen historischen wirtschaftlichen und moralischen Niedergang eröffnen können. Wenn man Scorseses Film nach objektiven Kriterien beurteilt, dann ist er aber kein Werk der Sozialkritik, sondern vielmehr eine verachtenswerte Beweihräucherung Belforts und seiner Kumpane, dieser „Wiedergeburt des Lumpenproletariats auf den Höhen der bürgerlichen Gesellschaft, um es mit einem berühmten Satz von Marx auszudrücken.

Der Film (eine Adaption der Memoiren von Belfort, die 2007 erschienen) beginnt 1987, als der 24jährige Belfort (Leonardo DiCaprio) als angehender Börsenmakler bei dem Handels- und Investmentunternehmen LF Rothschild arbeitet. Dort lernt er bald Mark Hanna (Mathew McConaughey) kennen, einen erfahrenen Broker, der ihn darüber informiert, dass Sex und Drogen ihm helfen würden, an der Wall Street zu überleben, wo niemand irgendetwas Reales schaffe. Unglücklicherweise erhält Belfort seine Lizenz als Börsenmakler unmittelbar vor dem 19 Oktober 1987, dem Tag des Zusammenbruchs des Finanzmarkts, dem „Schwarzen Montag“, und kurz danach geht das ehrwürdige Haus Rothschild unter.

Belfort schafft es, an einer “Winkelbörse“ auf Long Island (einer Vorstadt von New York City) Arbeit zu finden, wo er für hohe Provisionen mit Aktien kleiner Unternehmen handelt. Nach seinen eigenen Worten verkauft er „Müll an Müllleute“. Sein aggressives Handelsgebahren verschafft ihm Erfolg und bringt ihm den Neid seiner Kollegen ein. Er freundet sich mit Donnie Azoff (Jonah Hill) an und sie gründen zusammen Stratton Oakmont, eine außerbörsliche Maklerfirma, die zu ihren Glanzzeiten 1.000 Broker beschäftigte.

Stratton Oakmont arbeitete mit einer Vielzahl illegaler Praktiken, darunter solche, die unter dem Namen “pump and dump“(Tanken ohne zu bezahlen)-Operationen bekannt sind. Dazu zählen auch solche, bei denen die Broker potentielle Kunden mit irreführenden Informationen (oft als „Insiderwissen“ deklariert) über bestimmte Aktien füttern, in die die Maklerfirma selbst massiv investiert hat, was zu einem starken Anstieg der Aktienkurse führt. Die Promoter verkaufen dann die Aktien zu den überhöhten Preisen. Die Investoren-Opfer bleiben durch dieses für sie finanziell tödliche Verfahren auf wertlosen Aktien sitzen.

Belfort beginnt, auf großem Fuß zu leben, konsumiert große Mengen an Drogen und spielt den Gönner teurer Prostituierter. Dabei gerät er an die glamouröse Naomi Lapaglia (Margot Robbie), was zum Ende seiner ersten Ehe führt. Um seine illegal erworbenen Reichtümer zu verstecken, beginnt Belfort große Summen zu waschen und Gelder in Millionenhöhe in Offshore-Konten zu bunkern. Das FBI, in der Person des Agenten Patrick Denham (Kyle Chandler) startet eine Untersuchung.

Infolge seiner Drogenabhängigkeit und seiner risikoreichen Finanzgeschäfte erleidet Belfort einige Missgeschicke. In einem Fall wird einer seiner Untergebenen mit einer großen Geldsumme erwischt und wandert ins Gefängnis, woraufhin die Behörden Stratton Oakmont genauer unter die Lupe nehmen. Bei einem Ausflug auf seiner Yacht im Mittelmeer erfährt Belfort, dass ihn einer seiner Kunden zu betrügen scheint und er muss rasch in die Schweiz eilen, um dort sofort Geld von einem Konto abzuheben. Er besteht darauf, dass trotz möglicherweise tödlicher Gefahr bei rauem Seegang losgesegelt wird. Es ergeben sich auch diverse Drehungen und Wendungen in seinen Beziehungen zu Regierungsvertretern und FBI-Beamten.

Der Film dauert drei Stunden und enthält zahlreiche Szenen, in denen Drogen konsumiert werden oder Geschlechtsverkehr stattfindet. Letztere Sequenzen sind kalt und entwürdigend, vor allem für die dabei betroffenen Frauen. Sie scheinen hier den Platz einzunehmen, den sonst die Szenen brutaler bluttriefender Gewalt in den allzu vielen Gangsterfilmen Scorseses beherrschen. Da mögen Amateurpsychoanalytiker oder -analytikerinnen daraus machen, was sie wollen.

The Wolf of Wall Street

Scorseses jüngstes Werk ist nervtötend, überflüssig und mühsam anzuschauen. The Wolf of Wall Street verlässt sich aufendlos ausgewalzte Versatzstücke von “schwarzem Humor” und die Mitarbeit bekannter Darsteller, von denen viele ihr Talent in unsinnigen und inkonsequenten Rollen vergeuden (Jean Dujardin, Joanna Lumley, Christine Ebersole etc.). Auf halbem Weg, auf dem Höhepunkt der stupiden, widerlichen Verdorbenheit im Büro von Stratton Oakmont, fiel mir auf, dass mich der erbärmliche und demoralisierende Ton des Films an Quentin Tarantino’s Django Unchained erinnert. Da werden die Körper zwar nicht durch Hunde zerfleischt, aber es herrscht die gleiche zynische, morbide misanthropische Atmosphäre. Jeder, so ist die Botschaft des Films, ist rückständig, korrupt, monströs…

Einige Episoden des Films: Belfort und seine Kumpanen werfen mitten in ihrem Büro mit Helmen bekleidete Zwerge auf eine Zielscheibe. Sie bieten einer Maklerin 10.000 Dollar, damit sie sich den Kopf kahlrasieren lässt; sie akzeptiert das Angebot, um sich Brustimplantate machen zu lassen. Eine halbnackte Marschkapelle und eine Gruppe Stripper paradieren durch das Stratton Oakmont Büro. In diesem Büro, in Flugzeugen, auf Yachten finden Orgien statt. Unter Drogeneinfluss steuert Belfort sein Auto in etliche leblose Objekte hinein. (Der wirkliche Belfort hatte eine Autofahrerin durch seine Rücksichtslosigkeit verletzt, so dass sie ins Krankenhaus musste.) Zwischenzeitlich tyrannisieren Stratton Broker am Telefon unbarmherzig Kunden und schüchtern sie ein, damit sie in wertlose Unternehmen investieren. Ihr Motto ist: „ Nicht aufhängen, bevor der Kunde nicht gekauft hat oder stirbt.“

Belfort brüllt seine Broker an: “An der Armut ist nichts edel. Ich war reich und ich war arm und ich werde mich immer fürs Reichsein entscheiden. Wenn ich als reicher Mann Probleme habe, dann erscheine ich in einem 2000 Dollar teuren Anzug auf dem Rücksitz einer Limousine mit einer Uhr für 40.000 Dollar … Ich will, dass Ihr eure Probleme löst, indem ihr reich werdet. … Seid aggressiv! Seid grausam! Seid verfluchte Telefonterroristen!” Wir Zuschauer werden gezwungen, sitzenzubleiben und lauter solchen Mist auszuhalten. Es gibt keinen Hinweis auf Ironie oder Satire in dieser Filmdarstellung von Belforts idiotischem Unflat. Die Filmbesucher sollen aufgestachelt werden, sich wie die Stratton-Diebe in ihren teuren Anzügen zu verhalten, obwohl sie das nicht tun werden, wenn sie ihre Sinne beisammen haben.

Scorsese war seit seinen ersten, interessanteren Filmen in den 1970er Jahren, nie mehr in der Lage, das Element kritischer künstlerischer Distanz zu würdigen oder anzuwenden. Dieser Fehler führt letztlich dazu, dass er der existierenden Gesellschaft gegenüber keine eigene oppositionelle Haltung entwickeln kann. Er stützt sich auf die schwächsten Seiten des französischen Cinéma verité, der Nouvelle vague, der „Methode“ der unbewussten, improvisierenden Darstellung. Scorsese gelangte schon vor langer Zeit zu der Überzeugung, wie er 2003 schrieb, dass er „nicht verpflichtet“ sei, „eine zusammenhängende Geschichte durchzuhalten“.

Die Auffassung dieses Regisseurs von “Realismus” war immer, dem Zuschauer überhöhte, gewaltsame, oft hysterische Momente und Situationen ins Gesicht zu schleudern, als ob solch erzwungenes Eintauchen das Gleiche sei wie ein bewusstes, kohärentes Begreifen der gegebenen Umstände und menschlichen Beziehungen. Das ist es nicht.

Eine derart intellektuell ausweichende und verantwortungslose Methode klammert die Struktur der gesellschaftlichen Ordnung und ihrer ideologischen “Gegebenheiten” als etwas außerhalb ihres Untersuchungshorizonts Liegendes aus. (Das sei Aufgabe des ‘politischen Filmemachers’, nicht des Künstlers!) Auf diese Weise stellt sich der Filmemacher, „der nicht urteilt“ und „einfach die Fakten präsentiert“, fest auf den Boden der gegebenen Gesellschaft und akzeptiert sie unkritisch. Das hat nichts mit „Realismus“ zu tun, wie ihn Balzac oder Dickens verstanden haben oder auch Orson Welles oder Luchino Visconti, um beim selben Medium zu bleiben.

Ernsthafte Kunst hat immer damit zu tun, über das unmittelbar Vorübergehende zu den grundlegenderen und andauernden Wirklichkeiten vorzudringen. Für einen Künstler ist es schwierig und eine Herausforderung, die Wahrheit zu erzählen, wie es George Eliott und Tolstoi ausgedrückt haben. Es erfordert außerordentliches Talent, Intelligenz und vollkommene Ehrlichkeit. Zweit- oder drittrangige Künstler räkeln sich auf der Oberfläche. Natürlich führen manche historischen Perioden zu intensiveren, scharfsinnigeren künstlerischen Arbeiten als andere. Das Zeitalter, in dem Scorsese seine Filme gemacht hat, war für die Erzählung der Wahrheit eines der unfruchtbarsten in der Geschichte. Das ist jedoch keine Entschuldigung für die schändliche Kapitulation vor der vorherrechenden Atmosphäre.

Was auch immer die Intentionen der Filmemacher gewesen sein mögen, The Wolf of Wall Street geht in der Flut des Lifestyles unter, den er abbildet und passt sich an ihn an. Hören wir uns an, was Scorsese selbst in einem Interview im Wall Street Journal gesagt hat: „Er [Belfort] tritt in seine Welt, meistert sie brillant, erlebt eine große Zeit und gerät außer Kontrolle. Jordan war ein Bursche, der jedes Hindernis überwand und jede Regel umging, und dann kann er sich wegen der Drogen und seiner Abhängigkeit vom Reichtum und allem was dazugehört nicht mehr stoppen. Jordan riskiert viel, aber das tut er, weil das Teil des Genusses für ihn ist. Er ist so brillant, dass er immerfort die Grenzen austestet.“ Scorsese fährt fort laut nachzudenken: „Wenn man vom Charakter der freien Marktwirtschaft des Kapitalismus ausgeht – wo die Regel herrscht, um jeden Preis an die Spitze zu gelangen – ist es dann möglich in der Finanzwirtschaft einen Helden zu haben?“

An Belfort gibt es keine Spur von Brillanz oder Heroismus. Er ist ein Produkt des reaktionären Wirtschaftslebens und der Kultur seiner Zeit. Die Regierungen unter Carter und Reagan begannen damit, die Regulierungen für Unternehmen aufzuheben, Gewerkschaften zu zerschlagen und die Löhne zu senken. Die Offensive gegen die Arbeiterklasse unter dem Republikaner Reagan führte unter Mitwirkung der Demokratischen Partei im Kongress zur Schädigung der Umwelt, der Aufhebung von Gesundheits-, Sicherheits- und anderen Regeln, die die Profitmacherei begrenzten, und zu massiven Steuersenkungen für die Reichen.

Wie die WSWS 2008 schrieb: All dies erleichterte die zunehmende Hinwendung der amerikanischen Unternehmen zu Formen der Spekulation, die unabhängig von der Produktion waren. Dieses Anwachsen des Finanzparasitentums wurde als Angriff auf die ‘übermächtige Regierung’ verkauft und durch endlose Beschwörungen der Tugenden und der Unfehlbarkeit des ‘freien Marktes’ gerechtfertigt. Dieser ganze Prozess war auf die Konzentrierung eines immer größeren Anteils des gesellschaftlichen Reichtums in den Taschen der Finanzelite ausgerichtet – und erreichte genau das.“

Die herrschende Elite in Amerika hat eine Heuschreckenplage von Finanzgangstern losgelassen und sie angewiesen, die Bevölkerung kahl zu fressen. Belfort war eine dieser Heuschrecken und bei weitem nicht eine der wichtigsten. Wie er in seinen Memoiren bemerkt: „Natürlich war ich nicht einer von denen, die dieses kluge System der finanziellen Erpressung erfunden haben. In Wirklichkeit war genau dieser Prozess schon an den renommiertesten Häusern der Wall Street im Gange – Firmen wie Merrill Lynch und Morgan Stanley, Dean Witter und Salomon Brothers und Dutzende andere – keine von denen hatte die geringsten Schuldgefühle, ein Milliardenunternehmen über die Klinge springen zu lassen, wenn sie nicht gerade entschlossen waren, mit ihnen ins Geschäft zu kommen.“

Für Scorsese ist dies alles “so brillant”! Weshalb sollten wir Belfort und seine Kumpane bewundern? Die unkritische Haltung des Films lässt sich daran messen, dass er keinerlei Details über das Elend erhält, das die Aktivitäten von Stratton Oakmont verursacht haben, wie vernichtete Ersparnisse, psychische Belastungen oder durch Stress verursachte Krankheiten.

Christina McDowell, die Tochter eines der Partner von Belfort, schrieb in einem Offenen Brief an die Produzenten von The Wolf of Wall Street, der Mitte Dezember veröffentlicht wurde: „Ihr Leute seid gefährlich. Euer Film ist ein rücksichtsloser Versuch, die Auffassung aufrecht zu erhalten, dass diese Art Projekte unterhaltsam seien, obwohl in diesem Land gerade eine weitere Runde von Wall Street Skandalen abgespult wird. Daran sollen wir uns ergötzen? An diesen Sex-Eskapaden und Kokaingelagen großtuerischer Finanziers? W ir kennen doch die Wahrheit. Diese Praktiken haben Amerika ins Verderben gestürzt.“

Oliver Stones Wall Street (1987) hatte zumindest das Verdienst, auf das Leid hinzuweisen, welches die Raubtiere von der Wall Street verursacht haben. Scorseses neuer Film geht viel unkritischer an das Thema heran als Stone. Auch dessen Film hatte seine Grenzen, er wurde vor mehr als einem Vierteljahrhundert produziert, aber Scorseses entstand in einer Zeit, die gekennzeichnet ist von dem gewaltigen Anwachsen sozialer Ungleichheit und Wirtschaftskriminalität. Der Regisseur hat niemals auch nur das geringste Interesse an den Lebensumständen großer Teile der Bevölkerung als Stoff für einen Film ausgedrückt.

Warum sollte ein Künstler im Großen und Ganzen wohlwollende Aufmerksamkeit auf menschlichen Schrott wie Belfort und sein Kumpane lenken? Weshalb sollten wir drei Stunden oder auch nur drei Minuten mit dem fiktionalen Belfort und dieser abstoßenden Clique verbringen (erleiden), außer wenn wir sie kritisieren und verurteilen wollten?

Scorsese hat uns seit Langem halbgares Nietzschetum präsentiert; das ist die Standardeinstellung eines gewissen Typus von kleinbürgerlichem Intellektuellen (wie der furchterregende Max Cady in Scorseses Cape Fear [Kap der Angst], der Nietzsche offen bewundert). Der weltfremde Professor, der Kritiker, der niemals in seinem Leben einem wirklichen Verbrecher begegnet ist, der isolierte Filmemacher, sie alle fantasieren über den „Ausgestoßenen“, den Einzelgänger, den Gangster, der „sich nicht an die Regeln der Gesellschaft hält“. Das ist die Freiheit! Das ist das nackte Leben! In zahlreichen Filmen hat Scorsese derartiges Pack und solche Ganoven verherrlicht.

In einem Hintergrundkommentar in Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia gibtHenry Hill einen Hinweis auf die sozialen Einstellungen des Regisseurs: „Soweit ich mich zurückerinnern kann, wollte ich immer ein Gangster werden … Sogar als ich erstmals zum Taxistand ging, um nach einem Job für nach der Schule zu fragen, wusste ich, dass ich ein Teil von ihnen werden wollte. Ich wusste, dass es das war, wohin ich gehörte. Das hieß für mich, in einer Gegend voller Niemande ein Jemand zu sein.“ Die „Müllmänner“, die „Verlierer“, die „Niemande“, … das ist die Masse der Bevölkerung.

Scorseses Ansichten sind nicht einfach das Ergebnis ideologischer Verwirrung und Rückwärtsgewandtheit. Vielmehr haben solche intellektuellen Prozesse ihn wie einen großen Teil der Pseudo-Intellektuellen aus der gehobenen Mittelklasse und des zunehmenden politischen Konservatismus begleitet und gerechtfertigt. 2011 verdiente Scorsese 17 Millionen Dollar. Er kaufte sich 2007 ein Haus in Manhattan für 12,5 Millionen Dollar. Als Spendensammler und Unterstützer der Demokratischen Partei war Scorsese damit beschäftigt, einen Dokumentarfilm über den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton zu produzieren und Regie dabei zu führen. Er beschrieb Clinton als „eine überragende Persönlichkeit, die eine gewichtige Stimme in den Angelegenheiten der Welt“ habe und „weiterhin im politischen Dialog hier und überall auf der Welt den Ton“ angebe.

Es ist natürlich vorstellbar (und durchaus wahrscheinlich), dass unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen auch recht wohlhabende Vertreter der Film- und Musikwelt über ihren Tellerrand hinausschauen und in Konflikt mit der bestehenden Gesellschaftsordnung geraten.

Im Fall von Scorsese gibt es kein Anzeichen für eine derartige oppositionelle Haltung. Er unterstützte 2008 (nachdem er sich ursprünglich an der Kampagne für Hillary Clinton beteiligt hatte) und 2012 Barack Obama. Die Website Showbiz 411 berichtete am 19. Dezember 2013, dass “der Regisseur Martin Scorsese und der der Schauspieler Leonardo DiCaprio heute Nachmittag zu einem wichtigen Treffen nach Washington flogen. Bestimmte Quellen berichten, dass sie Gäste Präsident Obamas im Weißen Haus seien. Das stimmt, denn sie brachten ihm eine DVD mit der Pressekopie von The Wolf of Wall Street.”

Mit Bedauern ist festzustellen, dass in dem Puzzle soziologisch, ideologisch und künstlerisch alles zusammenpasst.