90 Jahre seit dem deutschen Oktober

Von Peter Schwarz
25. Oktober 2013

Der Oktober 1923 kennzeichnete einen Wendepunkt in der Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung. In Deutschland hatte sich im Laufe des Jahres eine äußerst günstige revolutionäre Gelegenheit entwickelt. Die Kommunistische Partei (KPD) gewann rasch an Einfluss, sagte aber einen vorbereiteten Aufstand am 21. Oktober in letzter Minute ab.

Die Niederlage des deutschen Oktobers hatte weitreichende Folgen. Auf internationaler Ebene verlängerte sie die Isolation der Sowjetunion und trug so als wichtiger psychologischer und materieller Faktor zum Aufstieg der stalinistischen Bürokratie bei.

In Deutschland ermöglichte sie es der herrschenden Klasse, die Lage für kurze Zeit zu stabilisieren. Als 1929 die nächste große Wirtschaftskrise ausbrach, war die Arbeiterklasse durch die stalinistische Führung der KPD gründlich desorientiert. Das führte zu den fatalen Ereignissen, die in der Machtergreifung Hitler gipfelten.

Zum Verständnis empfehlen wir unseren Lesern die Lektüre des Vortrags „1923: Die verpasste Revolution“ von Peter Schwarz, die vor fünf Jahren auf der World Socialist Web Site erschien. Sie analysiert die Ereignisse des Jahres 1923 und erläutert die strategischen und taktischen Lehren aus dem deutschen Oktober. Diese Lehren entwickelten sich rasch zu einem heftigen Streitpunkt in der Auseinandersetzung zwischen der Linken Opposition unter der Führung Leo Trotzkis und der Troika Stalin, Sinowjew und Kamenew.

“1923: Die verpasste Revolution” ist in drei Teilen erschienen und kann unter den folgenden Links aufgerufen werden:

Teil 1Teil 2Teil 3