Ein Interview mit den Regisseuren des österreichischen Dokumentarfilms Spiegelgrund

Von Bernd Reinhardt
9. März 2001

Zwei Reporter des WSWS sprachen mit den jungen österreichischen Filmemachern Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber während der 51. Berlinale. Siehe auch die Filmbesprechung zu ihrem Film "Spiegelgrund".

WSWS: Was war für euch der auslösende Impuls diesen Film zu machen?

Wir haben die Antje Kosemund und den Willhelm Roggenthien kennengelernt, lange bevor wir beabsichtigten, mit ihnen einen Film zum Thema Euthanasie zu machen. Wir haben dann den Spießrutenlauf der Antje Kosemund durch die österreichische Bürokratie mit verfolgt. Teilweise wurde auch in den Medien darüber berichtet. Doch weil wir mit ihr bekannt waren, wußten wir immer ganz genau, was los ist und wie da mit ihr Schlitten gefahren wird. Die Person Gross, die mit dieser Geschichte verbunden ist, war uns schon lange Zeit geläufig. Als der Entschluß für uns fest stand einen Film zu drehen war von Beginn an klar, daß es kein Film über eine abgeschlossene Vergangenheit sein sollte, sondern über das, was danach passiert ist. Er sollte vor allem zeigen, daß sich die Vergangenheit bis in die Gegenwart zieht. An der Gehirnkammer, dem sogenannten Gedenkraum, an dem Umgang mit den Angehörigen, mit den Opfern sieht man:. Das hat einfach kein Ende. Das ist die Zeit in der wir leben.

WSWS: Dokumentarfilme haben es in der Regel schwer im Kino. War der große Erfolg des Films, der auch auf großes Interesse in der Jugend stieß, eine Überraschung für euch?

Ja, das war eine große Überraschung für uns. Das hat zum einen sicherlich damit zusammengehangen, daß zur selben Zeit der Prozeß gegen Gross stattgefunden bzw. nicht stattgefunden hat. Er ist abgebrochen worden, weil der Gross für verhandlungsunfähig erklärt worden ist, was bis zu einem gewissen Grad ein Skandal war und der Film paßte sehr gut in diese Zeit. Ab einem gewissen Zeitpunkt arbeiteten wir auch bewußt darauf hin, den Film dann in die Öffentlichkeit zu bringen wenn die Affäre Gross publik wird. Da ist dann recht viel drüber diskutiert worden und das hat sicher eine große Rolle gespielt für den Erfolg des Films.

Aber es gab eigentliche für uns auch eine Reihe von glücklichen Zufällen. Im Rahmen des Filmfestivals "Diagonale" waren ein, zwei Personen, die den Film als wichtig erachtet und entschieden haben, daß sie ihn zeigen wollen. Daraufhin gab es ein Programmkino, daß ihn im Frühjahr herausbringen wollte. Es ist auch ein glücklicher Zufall , daß er jetzt in Berlin läuft. Ich denke, das war auch wieder ein Engagement von Einzelpersonen. Wir wissen bis heute nicht wie es zustande gekommen ist. Formal haben wir ihn nicht eingereicht. Wir freuen uns darüber, daß er gezeigt wird, daß im Ausland darüber berichtet wird, was wieder kausale Auswirkungen auf Österreich hat. In unserem Land tritt das Vergessen sehr schnell ein. Von daher ist es sehr wichtig, daß es immer wieder einen Anstoß von außen gibt, damit wieder etwas in Bewegung kommt. Das Thema des Films ist ja nach wie vor ein Tabuthema

WSWS: Dieser Gegenwartsfilm stellt die Frage nach den demokratischen Traditionen in Österreich, die Traditionen der großen Volksparteien und die Frage nach den Grundlagen von Haiders Aufstieg.

Die Frage nach den großen Volksparteien ist wesentlich interessanter, als die Person Haider zu analysieren.

WSWS: Wie ihr gestern erklärt habt, gab es in der SPÖ eine Diskussion über Gross, die sich nach dem Führungswechsel jedoch im Sande verlaufen hat.

Wir glauben nicht, daß das etwas mit der neuen Führung zu tun hat, das wäre bei der alten ähnlich gewesen.

Doch der Film wirft die Frage, nach den Wurzeln der demokratischen Tradition auf. Das stimmt. Und die sind nicht tief in Österreich. Es wird im Film prägnant von Dr. Neugebauer erwähnt, daß es nur kurz so etwas wie Aufarbeitung gegeben hat, so bis 1949, wo einige Prozesse stattgefunden haben. Danach hat es gesamtgesellschaftlich zwei Klammern gegeben in Österreich. Das eine war kollektives Opferdasein. Alle waren Opfer, denn Österreich ist nach Meinung der Politiker ja als erstes überfallen worden. Die andere Klammer war der Antikommunismus, und da haben alle Parteien mitgespielt tradiert bis heute. Aber der Faschismus wurde nicht einfach exportiert. Er hat im Land schon vorher eine lange Tradition gehabt, was in der österreichischen Geschichtsschreibung und in der öffentlichen Debatte verschwiegen wird. Wir haben eine hausgemachten Faschismus gehabt von 1934 bis 1938, den Austrofaschismus. Die sozialdemokratische Partei war damals schon verboten, es waren die Gewerkschaften verboten, die Arbeiterbewegung hat sich faktisch nicht mehr politisch artikulieren dürfen.

WSWS: Haben Parteien auf euren Film reagiert?

Reaktionen von Politikern auf den Film hat es nicht gegeben. Es war eine öffentliche mediale Diskussion, aber keine Diskussion von Politikern, die sich dazu geäußert hätten. Die Grünen haben den Film unterstützt und propagiert. Der nunmehrige Parteivorsitzende der SPÖ hat ein Treffen, so eine Art Runden Tisch mit Überlebenden des Spiegelgrundes organisiert. Wir haben ihm eine Email geschickt und ihm mitgeteilt, es wäre vielleicht ratsam den Film auch innerhalb der Partei zu zeigen. Darauf hat es keine Antwort gegeben.

WSWS: Also kein Drang seitens der Politik nach einer richtigen Debatte?

Nein. Der Film wurde aber stark mit öffentlichen Geldern finanziert. Es hat da keine Einflußnahme gegeben und keine Form von Zensur. Das einzige Problem waren die Aufnahmen in dem sogenannten Gedenkraum. Da sind wir mit dieser ganzen Hierarchie im Apparat konfrontiert worden und herum geschickt, vom ärztlichen Direktor zum Verwaltungsdirektor, zum Leiter der Pathologie, zum Pressesprecher des Gesundheitsstadtrates, zum Gesundheitsstadtrat. Irgendwann haben wir es dann so gemacht wie es auch internationale Medien machen. Wir haben einfach gesagt, wir haben Kontakt nach Hamburg und fänden es eigenartig, wie lange es dauert, bis wir einen Drehtermin bekommen. Danach bekamen wir den Drehtermin relativ schnell. Ansonsten gab es keine Probleme.

Wie der Film in der Öffentlichkeit aufgenommen und diskutiert wurde, war relativ einzigartig. Ein Dokumentarfilm führt selten zu einer öffentlichen politischen Debatte. Die Diskussion bleibt in der Regel im Cineastenkreis. Der Film hat diese Grenze durchbrochen. Printmedien haben berichtet, auch das Fernsehen zum Teil. Das fatale war jedoch, daß der Prozeß, nachdem er im März 2000 für eine Stunde eröffnet worden ist, dann vertagt wurde. Der Richter erklärte, er wolle sich innerhalb der nächsten 6 Monate persönlich ein Urteil bilden über Dr. Gross Verhandlungsfähigkeit. Bis heute ist seitdem nichts mehr passiert. Es wurden Briefe an den Justizminister, an den Sprecher des Landesgerichts, an die Gesundheitsstadträtin gesandt und angefragt, wie das jetzt weiter läuft. Wir haben keine Antwort erhalten. Die Antwort wird's wohl erst dann wieder geben, wenn Druck aus dem Ausland entsteht. Dann wird der nächste Schritt passieren.

WSWS: In wieweit kann man die starken Reaktionen auf den Film in Zusammenhang sehen mit einer sensibilisierten öffentlichen Stimmung, angesichts des Aufstiegs von Haider?

Es macht wohl keinen Unterschied, ob der Film vor drei oder vier Jahren herausgekommen wäre, oder zur jetzigen Situation. Man sollte auch nicht den Blick nur auf Haider richten. Die FPÖ ist schlimm genug. Aber es gibt eine Partei, die ÖVP, die eine Koalition mit ihr gemacht hat. Das ist das wirklich Schlimme. Und es hat auch von der SPÖ ein Verhandlungsangebot gegeben, es ist nicht so, daß die Sozialdemokraten an sich komplett dagegen wären mit dieser Partei eine Koalition zu bilden. Da gibt es Leute, die sich das gewünscht hätten. Der ehemalige SPÖ Innenminister steht offen dazu. Da ist kein Unterschied.

Die Situation ist absurd. Seit es diese Regierung gibt stehen wir ja außenpolitisch ziemlich unter Druck. Eine Maßnahme der neuen Regierung, um sich reinzuwaschen und sich international zu etablieren, waren die Wiedergutmachungsverhandlungen, die vor kurzem zu einem Abschluß geführt wurden. Diese Verhandlungen hätten mit der alten SPÖ / ÖVP Koalition wahrscheinlich wesentlich länger gedauert. Nun ging es plötzlich schnell, um international Bonuspunkte zu sammeln. Die USA war begeistert, wie flott das geht, wie konstruktiv man mit der österreichischen Regierung zusammenarbeiten kann. Daß die Vertreter von Opferverbänden dann nicht immer eingeladen waren zu den Verhandlungen ist eine andere Sache.

WSWS: Könnt ihr etwas sagen über die Kulturpolitik der gegenwärtigen Regierung?

Da der Bund ebenfalls voll auf Maastrichkurs fährt, Null Budget, das neue Credo, das eh in ganz Europa irgendwie vorherrscht, färbt das natürlich auch auf den Kulturbereich ab. Überall muß gespart werden, wie sie es formulieren.Und da wird natürlich Kahlschlag betrieben. Die mittleren Institutionen werden nicht so angegriffen aber die kleineren Initiativen, die halt Jahr für Jahr um kleine Projekte ansuchen, die haben es schwer. Die haben es schwer, sich überhaupt medial zu artikulieren und haben keine Lobby. Man kriegt überhaupt nicht mit, was es demnächst nicht geben wird bzw. was schon alles kaputtgegangen ist im kulturellen Bereich.

Im Filmbereich gibt es die große Filmförderung, die über das österreichische Filminstitut betrieben wird. Die ist letzten Jahr ungefähr um über 30% gekürzt worden. Das ist relativ ohne großen Widerstand hingenommen worden. Dann gibt es die sogenannte kleine Filmforderung, die dem Bundeskanzleramt unterstellt ist, wo auch unser Film gefördert worden ist und wo viele erste Werke unterstützt werden, vor allem auch Dokumentarfilme ,Video, Avantgarde, neue Medien. Diese Förderung ist schon unter der sozialdemokratischen Regierungsmitbeteiligung in den letzten Jahren auf die Hälfte herunter gestutzt worden und wurde jetzt noch einmal gekürzt. Das Kürzen ist kein alleiniger Verdienst der neuen Regierung. Es hat Tradition.Und jetzt werden die Kulturschaffenden von der FPÖ praktisch als Verräter am österreichischen Volk verunglimpft. Kritik wird sofort umformuliert zum Verrat: Wieso soll der Staat dafür zahlen etc. Da entwickelt sich latent auch eine Grundstimmung in der Bevölkerung, je weiter gestrichen wird.

Kulturpolitik wird immer mehr aufgefaßt und betrieben als eine Art Form der feudalen Herrschaft. Was die Regierung will ist so etwas wie Auftragskünstler nach dem Motto: Wir, der Staat geben dir Geld und dann hat das zu passieren was wir wollen. Völlig absurd. In den Bundesländern, schaut es wahrscheinlich noch viel schlimmer aus, was Kulturpolitik betrifft und Kärnten ist ein ganz spezieller Fall. Der Kulturbeauftragte des Landes Kärnten ist ganz klar als rechtsextrem einzustufen. Er heißt Mölzer, einer der wenigen rechten Intellektuellen, daher aber doppelt gefährlich.

Der neue Kunstminister, früher war er New Wave- Sänger, steht mittlerweile dazu, daß der Film gekürzt wird. Man müsse halt für die Finanzierung neue Wege finden. Eine der neuen Überlegungen ist, daß doch der Fremdenverkehr ein Interesse daran haben müsse, daß Österreich im Ausland dargestellt wird. Wenn also ein Film über Tirol spielt, soll der Tiroler Fremdenverkehrsverein zahlen. Ob der Wiener Fremdenverkehrsverband nun unseren Film fördern würde, sei an dieser Stelle offengelassen.

WSWS: Ihr habt gesprochen über diese kleinen Projekte, die von Kürzungen betroffen sind.

Viele Projekte, die es so gibt, machen ein bis zwei Projekte im Jahr und müssen Anträge stellen. Im letzten Jahr war es de facto so, daß im Kunst- und Kulturbereich gerade diese unabhängigen Projekte keine Form der Zusage erhalten haben, weil die Budjeterstellung nicht klar war. Es hat einfach keine Antwort aus dem Ministerium gegeben. Das hat in Wien zur Folge gehabt, daß sie dann zu Wiener Stellen gegangen sind, sich also auf Landesebene begeben haben. Im Herbst des Vorjahres war dann in Wien für Kultur, für kleine Sachen, kein Geld mehr vorhanden. Und viele Projekte haben sich damals zum Teil hoch verschuldet gegenüber den Banken.... wenn die kein Geld kriegen ist es aus, ist es vorbei.

Vielen Frauenprojekten geht es so. Das hat auch schon eine längere Tradition und was schon ziemlich heftig ist: Es gibt eine Organisation, die lädt Leute ein aus jüdischen Familien, die vertrieben worden sind und jetzt im Ausland verstreut leben, damit sie einen Wienurlaub machen können und einmal dorthin fahren wo sie mal gelebt haben. Denen wurden massiv die Gelder gekürzt. Die können echt den Betrieb nicht mehr aufrechterhalten. Das ist arg. Das hätte sich die Sozialdemokratie nicht getraut oder sie wär nicht auf die Idee gekommen. Solche Sachen passieren jetzt auch.

Die Kulturschaffenden haben jedoch mehr Möglichkeiten als andere, sich zu artikulieren und in den Medien auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Das gelingt einigen auch recht gut. Denen fällt es leichter Lobbys zu bilden und so aufzutreten. Viel schlimmer ist es da, wo man es überhaupt nicht mitkriegt, weil es die Medien nicht interessiert, inwieweit im sozialen Bereich was passiert, wo da gespart und Kahlschlag betrieben wird bei den Arbeitslosen, bei der Notstandshilfe, Sozialhilfe bei sogenannten behinderten und alten Menschen, Krankenkassendebatten. Da sind ja die wirklich großen Eingriffe. Darüber wird dann nicht debattiert.

WSWS: Gibt es Formen von Zensur, irgendwelche Versuche von Seiten der Politik den Inhalt von Kultur zu bestimmen?

Auf eine subtile Art und Weise. Wenn es kein Geld gibt .. Bundesweit tritt sie nicht offen zu Tage, die Zensur. Aber man kann natürlich eine Opposition dadurch zum Schweigen bringen, indem man sie aushungert. Das wird sehr schnell passieren. Man kann zB. die Postgebühren für den Zeitungsversand kleiner Zeitungen so enorm in die Höhe zu treiben, daß die Zeitungen sich das nicht mehr leisten und die Zeitungen nicht mehr verschicken können, was konkret schon passiert ist. Argumentiert wird dann, die Post muß marktfähig gemacht werden.

WSWS: Vor einem Jahr gab es die großen Demonstrationen in Österreich gegen Haider. Auf der diesjährigen Berlinale lief der österreichische Film homemad (e). Ihm konnte man entnehmen, daß sich die Bewegung ziemlich tot gelaufen hat. Wie ist euer Eindruck von dieser Opposition heute? Habt ihr eine Erklärung dafür, warum den demokratischen Parteien, die noch vor einem Jahr Haider zur Demokratie erziehen und in demokratische Strukturen einbinden wollten, dies nicht gelungen ist, sondern dass gerade umgekehrt, die FPÖ einen starken Rechtskurs in der Politik durchsetzten konnte?

Die großen Demonstrationen, die nicht nur in Wien, sondern in mehreren österreichischen Städten stattgefunden haben, waren etwas ganz außerordentliches, denn in Österreich gibt es nicht diese Demonstrations- oder Streitkultur. Es gibt noch weiterhin diese Donnerstagsdemos, wo noch immer mehrere Hundert Leute hinkommen. Das gibt es seit über einem Jahr. Das ist schon recht bemerkenswert. Aber irgendwie ist auch die Luft draußen. Am Anfang haben die Leute noch die Erwartung gehabt, so eine Demonstration, das kann etwas ändern, wenn man da mitgeht. Aber es hat sich nichts geändert.

Die Demonstrationen richteten sich nicht nur gegen Haider, auch gegen die Regierung. Man darf jedoch dabei den Kontext und die Tradition in der die gegenwärtige politische Entwicklung steht nicht aus den Augen verlieren. Das Drama ist: Es war die SPÖ, die durch ihren Innenminister vor einigen Jahren die schärfsten Fremdengesetze von ganz Europa erlassen hat. Man kann das jetzt nicht einfach abkoppeln und sagen, wir wollen die alte Regierung zurück. Das wollen viele nicht. Am Anfang sind sehr viele Leute auf die Straße gegangen. Aber sie sind total im Stich gelassen worden von den Parteien, die jetzt in Opposition sind und von den gesellschaftlichen Lobbys, die ebenfalls durch die Regierung stark angegriffen werden, wie die Gewerkschaften zum Beispiel, Arbeiterkammern usw. Die gehen nicht auf die Straße die machen nichts, die rühren sich nicht. Die sind paralysiert, vor allem die Sozialdemokratie, die nach wie vor nicht verdauen kann, daß sie weg vom Fenster ist, kein Gegenmodell entwirft und keinen Diskurs in der Gesellschaft sucht.

Und scheinbar, was sich in den letzten Wochen und Monaten verstärkt abgezeichnet hat, sucht die SPÖ schon wieder ihr Heil in der Art und Weise, indem sie sich an die jetzigen Regierenden anlehnt und meint hinter vorgehaltener Hand zur ÖVP: Und wenns mit Haider nicht so gut läuft, er zu viele Probleme macht, wir sind schon da, um mit euch weiter zu koalieren. Das einzige was die SPÖ will, ist beinhart wieder an die Macht zu kommen, um wieder hinter verschlossen Zimmern Politik zu machen. Es gibt in Österreich weder eine demokratische Kultur, auch nicht auf der Straße, noch eine sogenannte Zivilgesellschaft, wo man lang und breit darüber diskutieren kann, was dieser strapazierte Begriff bedeutet. Das Volk wurde immer, auch nach 1945, nur verwaltet von allen Parteien. (...) Im Herbst vorigen Jahres gab es einen Streiktag der Gymnasiallehrer. Da hat der Stadtschulrat von Wien , der ist Sozialdemokrat, dazu aufgerufen das Militär einzusetzen, um die Kinder zu beaufsichtigen, wenn die Lehrer streiken.

Siehe auch:
Sich in die gesellschaftliche Debatte einmischen